Entstehungsgeschichte des OV Blomberg

 

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die Geschichte unseres

Ortsverein vorstellen
 

Die Anfänge 1874 bis ca. 1933:

Vaterländischer Frauenverein im Roten Kreuz zu Blomberg

Die Geschichte des Roten Kreuz in Blomberg beginnt schon 1874 mit der Gründung des Vaterländischen Frauenverein im Roten Kreuz.

Diese Wohlfahrtvereinigung hatte sich zum Ziel gesetzt Armen und Bedürftigen durch das Anfertigen von Kleidung und der Abgabe von Essen zu helfen. Des weiteren verpflichteten sie sich zur "Anfertigung von Wäschestücken und Verbandsmaterial für den Kriegsfall um das Vaterland nach Frauenart und Frauenkräften zu unterstützen". Im Kriegsfall sollten sie auch dem Sanitätsdienst als Helferinnen zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund wurde schon früh mit der Ausbildung von Rot-Kreuz-Helferinnen begonnen.  Im Zuge des 1.Weltkrieges wurde am 14.11.1914, unter Federführung des Pastor Ernst Thelemann, ein Genesungsheim / Vereinslazarett mit 30 Betten in der jetzigen Mehrzweckhalle eingerichtet, welches erst 1919 geschlossen wurde. In den nächsten Jahren konzentrierte sich der Verein auf die Gesundheitsversorgung besonders bei Kindern. 

Rotkreuz-Schwester Emmy Helmhausen aus Blomberg

Rotkreuz-Schwestern und verwundete Soldaten vor dem Lazarett Blomberg. In der Mitte sitzt Pastor Ernst Thelemann mit seiner Frau Johanna

Armbinde ca. 1930

Nach 64 Jahren wurde der Vaterländische Frauenverein 1938 durch das Reichsgesetz über das Rote Kreuz aufgelöst und offiziell in das damalige DRK überführt. 

Aus diesen deutschlandweit gegründeten Vereinen entstanden übrigens die noch heute aktiven Schwesternschaften im DRK.

Sanitätskolonne Blomberg

Im Jahre 1907 wurde in Detmold der Landesverein unter der Schirmherrschaft der lippischen Fürstenfamilie  gebildet. Laut Ausführungen in der "Satzung des Landesverein vom Roten Kreuz für das Fürstentum Lippe" bestand seine Aufgabe darin die "Kriegssanitätsordnung Seiner Majestät des Kaisers zu unterstützen" und sich um die Mildtätigkeit und Krankenpflege in Friedenszeiten zu kümmern. In §8 der damaligen Satzung wurde verfügt, dass "die Mitglieder nicht der sozialdemokratischen Partei angehören dürfen oder dieselbe unterstützen und deren Bestrebungen befördern" 

Am 2. November 1927 gründeten der inzwischen zum Superintendent ernannte Pastor Thelemann und Dr. Siecke sen. zusammen mit 17 anderen Bürgern (von denen einige  im 1.Weltkrieg Sanitäter waren) die erste Sanitätskolonne Blomberg. Damit entstand  nach 53 Jahre der männlichen Gegenpart zum Vaterländischen Frauenverein. 

Superintendent Thelemann und Dr. Siecke sen. mit den Mitgliedern der Sanitätskolonne ca. 1917

Die Gründung der Sanitätskolonne wurde vom Rat der Stadt Blomberg befürwortet, zumal der Preußische Minister für Volkswohlfahrt und die Landesversicherungsgesellschaft wegen der Zunahme der Betriebs- und Verkehrsunfälle für einen flächendeckenden Rettungsdienst plädierten. Zum Aufbau der Gemeinschaft spendete der  Vaterländische Frauenverein 100 Reichsmark als Unterstützung für den Erwerb von Material und sonstigem Bedarf.

DRK-Arzt Dr. Siecke sen.

1. DRK Zugführer August Meier

Laut einem Bericht des Fürsorgeausschusses der Stadt Blomberg von 1918,  bestand die Truppe im ersten Jahr aus 16 Aktiven und 7 jungendlichen Bewerbern. Es werden 90 Hilfeleistungen erwähnt, unter anderem 7 Transporte von hilfsbedürftigen Kranken und Verletzten. Aufgrund des doch recht großem Einzugsgebietes beschloss man, mit Unterstützung durch die Stadt,  einen modernen Krankentransportwagen anzuschaffen.

 

Bild aus dem DRK-Museum Berlin

Dienstausweis von August Meier

Dieser erste Blomberger Krankenwagen war im Grunde nur eine Trage mit 2 großen Rädern und einem Verdeck als Regenschutz. Aber er bewährte sich so gut, dass bald sogar ambulante Fahrten innerhalb des Stadtgebietes durchgeführt wurden. Zum weiteren Aufgabenbereich gehörte z.B. der Sanitätsdienst bei großen Veranstaltung, das Helfen bei Brandwachen und auch das Assistieren bei komplizierteren  Behandlungen durch Dr. Siecke sen.   Aufgrund der ständig steigenden Zahl von aktiven Mitgliedern wurde bald die stattliche Zahl von 30 Helfern überschritten. Jeder Helfer wurde durch eine weiße Armbinde gekennzeichnet. Nach der bestandenen Sanitäterprüfung gab es dann die eigentliche Uniform samt Ledertasche für die Sanitätsausstattung. Besaßen die Sanitäter ein eigenes Haus, wurde es durch ein Emailleschild mit der Aufschrift "Sanitätskolonne" als Unfallhilfsstelle kenntlich gemacht. 

Auch damals fanden schon regelmäßige Dienstabende statt. Diese wurden teilweise zusammen mit den Samariterinnen des Vaterländischen Frauenvereins und der Feuerwehr gestaltet.  

Zeitangaben und Bilder (wenn nicht anders angegeben) entstammen unseren Unterlagen sowie aus der Broschüre:

Humanität in Krieg und Frieden 

Historischer Rückblick aus Anlass der Gründung der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Blomberg 1927

von unserem ehem. langjährigen Vorstandsmitglied Dr. med. Helmut Siecke

(Letzte Exemplare dieser Broschüre kann man bei uns für einen kleinem Unkostenbeitrag bestellen)

 
Mehr zur allgemeinen Rot-Kreuz-Geschichte und über unsere Grundsätze finden Sie hier
Geschichte des Roten Kreuz Grundsätze des Roten Kreuz